4. Doping im Spitzensport
4. Doping im Spitzensport
4.1 Beweggründe für Leistungssportler
Doping ist verboten, gegenüber sauberen Sportlern unfair und Betrug am Sport. Doch wie kommt ein Sportler überhaupt zum Doping?
Im Leistungssport üben viele Athleten hauptberuflich ihre Sportart aus. Der Sport dient nicht mehr einer Selbstverwirklichung, sondern dem Einkommen.
Wie verdient man Geld im Sport? In der Regel über Preisgelder und Sponsoren. Für Preisgelder muss man in den vordersten Reihen mitspielen und ein Sponsor erwartet auch stetige Medienpräsenz, die auch nur durch sehr starke Leistungen und Siege erzielt werden kann.
Kann ein Sportler also nicht mehr bei Wettkämpfen Top-Platzierungen erlangen, sinkt sein Werbewert und im entgehen Preisgelder. Seine Lebensgrundlage verschwindet.
Der Leistungsdruck der dadurch entsteht ist nachvollziehbar groß. Verstärkt wird der Druck noch durch die massive Konkurrenz, die nach Ansicht vieler Sportler natürlich auch gedopt ist. Um also überhaupt noch mithalten zu können, bleibt dem Athleten keine andere Möglichkeit mehr, als selber auf Doping zurückzugreifen.
In manchen Fällen wird dieser Druck auch noch gezielt von Sponsoren oder innerhalb von Teams gestärkt.
An die gesundheitlichen Folgen von Doping denkt dabei kaum ein Sportler. Meist beschränkt sich die Angst auf Dopingkontrollen. Wird ein Sportler positiv auf Doping getestet, ist seine Karriere auf einen Schlag beendet. Das die Gesundheit ein viel wichtigeres Gut darstellt, gerät dabei oft unter den Tisch.
4.2 Staatsdoping
Oft ist der Grund für Doping massiver Leistungsdruck, gedopte Konkurrenz und Drängen der Sponsoren. Im Normalfall liegt die Entscheidung zum Doping aber immer noch bei dem Sportler.
Anders das Staatsdoping, das beispielsweise die DDR praktizierte. Dort wurden ausgewählten Leistungssportlern ohne deren Wissen Dopingmittel verabreicht.
Schon im Kindesalter wurde auf spezielle Körper- und Leistungsmerkmale geachtet. Talente wurden sportlich gefördert, sie kamen auf Internate und eigene Universitäten. Dort wurden vielen Sportlern ohne deren Wissen über Nahrungsmittel und andere Wege Dopingmittel verabreicht. So wurden viele Spitzensportler über deren körperliche Leistungsgrenzen getrieben.
Aufgedeckt wurde dieses Vorgehen erst viele Jahre später nach dem Mauerfall, als Spätfolgen des Dopingmissbrauches einsetzten.
Ein vergleichbares Vorgehen wird auch in China vermutet. Genaue Beweise gibt es allerdings nicht, da alle Leistungssportler die Staatskadern angehören in Kasernen trainieren müssen, zu denen internationale Beobachter keinen Zutritt haben. In China soll insbesondere mit Gendoping experimentiert werden. Neue Verfahren werden vermutlich an Strafgefangen getestet und dann auch Leistungssportler übertragen.
