Erythropoietin (EPO)
EPO – der Dopingstoff, den jeder hat
EPO ist eine Abkürzung, die im Zusammenhang mit Dopingfällen durch die Presse geistert. Betroffen sind vor allem Radsportler, Triathleten, Marathonläufer und Skilangläufer.
Schon aus dieser Aufzählung wird deutlich, dass EPO im Bereich der Ausdauersportarten seinen Einsatzbereich hat.
Ein Blick auf die Funktion von EPO im menschlichen Körper liefert dafür eine Erklärung.
Bei EPO geht es um Erythropoietin. Übersetzt bedeutet das so viel wie ´Rotmacher`, womit seine Funktion innerhalb der Blutbildung angedeutet ist.
Tatsache ist, ohne EPO geht es nicht.
Jeder menschliche Körper bildet diesen hormonähnlichen Stoff. Erythropoietin regt die Bildung der roten Blutkörperchen im Knochenmark an. Wer im Biologieuntericht aufgepasst hat, weiß, dass diese roten Blutzellen für den Sauerstofftransport im Blut sorgen.
Medizinisch wird EPO bei Patienten mit Anämie eingesetzt. Also bei einer Gruppe von Erkrankungen, zu deren Symptomen ein Mangel an roten Blutkörperchen oder eine zu niedrige Menge an rotem Blutfarbstoff gehört. Auch bei Dialysepatienten wird EPO zugeführt.
Kommt es, zum Beispiel in großen Höhen, zu einer Abnahme des Sauerstoffpartialdrucks, beginnt die Niere mit einer erhöhten Produktion von Erythropoietin. Dadurch wird wiederum die Zahl der Erythrozyten, der roten Blutzellen, erhöht. Mehr Transportarbeiter bedeuten mehr Transportmöglichkeiten – das Problem mit dem Sauerstoffmangel wird nach einer Weile behoben.
Ab hier ist klar, wohin der (Doping-)Hase läuft.
Was ist das Prinzip des Höhentrainings? Richtig – der Sportler trainiert in größeren Höhen, mit weniger Sauerstoff in der Atemluft, der Körper reagiert wie oben beschrieben, der Sportler kehrt auf Normalhöhe zurück und hat für eine Weile einen Überschuss an roten Blutkörpern, der ihm einen Leistungsvorteil beschert, weil mehr Sauerstoff zur Muskulatur gelangt.
EPO ist also nichts anderes als Höhentraining aus dem Chemiebaukasten. Mit dem gewichtigen Vorteil, dass künstlich zugeführtes EPO die Zahl der roten Blutkörperchen für lange Zeit hoch hält, während der Effekt des Höhentrainigs, das sowieso medizinisch umstritten ist, nach einer Weile verschwindet.
Nachgewiesen werden kann EPO-Doping entweder durch die direkte Feststellung gentechnisch hergestellten EPOs im Blut oder durch erhöhten Hämatokrit. Hämatokrit bedeutet den prozentualen Anteil von festen Bestandteilen im Blut.
Genau hier liegt das Risiko von EPO-Doping. Das Blut wird zähflüssiger, die Gefahr von Thrombosen, Schlaganfall oder Herzinfarkt steigt. Besonders gefährlich ist das, wenn durch starkes Schwitzen das Blut sowieso weniger fließfähig wird.

Dezember 12th, 2007 um 22:01
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